Mobilität im ländlichen Raum

Mal schnell zum Einkaufen in die Stadt? Spontan die Freundin im benachbarten Dorf besuchen? Nach dem Fußballtraining noch bis in die Abendstunden zusammensitzen? Wer im ländlichen Raum auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen ist, muss vielerorts mit Engpässen und Einschränkungen rechnen. 

Wer auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, hat insbesondere in ländlichen Räumen oft mit Engpässen und Einschränkungen zu tun. Vorwiegend junge Menschen und Senioren – diejenigen ohne Auto – bleiben im wahrsten Sinne des Wortes „auf der Strecke“. Vielerorts reagieren Gemeinden, Bürgerinitiativen aber auch Wirtschaftsakteure mit einfallsreichen Ideen und Konzepten, um für ländliche Regionen bedarfsgerechte Mobilitätslösungen zu entwickeln.

 

 

  • Eine weitere Idee sind Mitfahrerbänke, die meist farblich herausstechen und an stärker befahrenen Straßen aufgestellt werden. So z.B. in Bilshausen im Landkreis Göttingen, wo zwei Mitfahrerbänke an den Ortsausgängen platziert wurden. Per Schild können die Dorfbewohner das gewünschte Ziel angeben. Vorbeifahrende PKW-Fahrer haben dann die Möglichkeit, die wartende Person mitzunehmen. Neben einer verbesserten Mobilität für junge und ältere Menschen festigen die Mitfahrerbänke die Vernetzung zwischen den Orten und leisten zudem einen Beitrag für den Umweltschutz.

 

  • Auch Kreditinstitute reagieren auf Mobilitätsprobleme im ländlichen Raum und bieten ihren Kunden sogenannte Bankbusse an. Dabei handelt es sich um umfunktionierte Busse, in denen Servicegespräche vor Ort möglich sind. Teilweise sind die Busse auch mit Geldautomaten ausgestattet. Sie fahren nach einem festgelegten Zeitplan durch die Dörfer und ersparen den Kunden damit oft weite Wege. Die Volksbank hat diesen Service unter anderem im Landkreis Göttingen angeboten.

 

  • Für die gesundheitliche Versorgung bietet die Deutsche Bahn den DB Medibus an, der als rollende Praxis für Allgemeinmedizin fungiert und mit Wartezimmer, Behandlungsraum und einem Labor ausgestattet ist. Ähnliche Lösungen gibt es auch für Friseure oder Lebensmittelversorger, die ebenfalls mobil per Bus über die Dörfer fahren. Ein Beispiel in Südniedersachsen ist die Fleischerei Osterhus, die dienstags bis samstags verschiedene Orte in den Landkreisen Northeim und Göttingen anfährt[9]. Und auch Lemke`s rollender Supermarkt bringt sowohl Lebensmittel als auch andere Dinge des täglichen Bedarfs in die Dörfer des Göttinger Landkreises.

 

Solche mobilen Angebote kommen vor allem älteren Menschen zugute, die sich dadurch weitere Wege in die nächsten Ortschaften ersparen. Zudem beinhalten sie eine wichtige soziale Komponente: Mobile Versorgungsmöglichkeiten übernehmen die Funktion eines Dorftreffs, denn die wöchentlichen Angebote sorgen für ein regelmäßiges Zusammentreffen der Ortsbewohner. 

 

Welche Mobilitätslösungen haben sich an Ihrem Wohnort etabliert? 

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