"Gleichwertige Lebensverhältnisse in Zeiten neuer sozialräumlicher Disparitäten?"

Unter diesem Titel ist ein Beitrag von Maike Simmank und Prof. Dr. Berthold Vogel in „Blätter der Wohlfahrstpflege. Deutsche Zeitschrift für Soziale Arbeit“ (5/2019) erschienen. Darin skizzieren die Autorin und der Autor Entwicklungen und Veränderungen ländlicher Räume mit Blick auf gleichwertige Lebensverhältnisse und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

„Die sozialräumliche Entwicklung in Deutschland weist zunehmende Disparitäten zwischen Stadt und Land, sowie innerhalb ländlicher Räume und städtischer Quartiere auf. Das Postulat gleichwertiger Lebensverhältnisse steht in Frage. Hier gilt es, Kontrapunkte zu setzen: Für die Herstellung von Gleichwertigkeit braucht es die Stärkung handlungsfähiger Kommunen in allen Regionen Deutschlands sowie eine Politik des Zusammenhalts, die den Dialog und das Zusammenwirken lokaler Akteure aus Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft fördert. Nicht die Abmoderation von Ansprüchen ist das politische Gebot der Stunde, sondern die Schaffung neuer sozialer Orte. Gleichwertige Lebensverhältnisse brauchen Virtuosen sozialen Wandels und nicht Verwalter des regionalen Niedergangs.“

 

>> Der gesamte Artikel ist über den Nomos Verlag erhältlich.

Wie nehmen Sie die Unterschiede zwischen Stadt und Land, zwischen Regionen, Quartieren, Dörfern wahr?
Hält das Postulat „gleichwertiger Lebensverhältnisse“
was es verspricht?

Hinterlassen Sie einen Kommentar…

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Hegels Anrede an seine Zuhörer bei Eröffnung seiner Vorlesungen in Berlin am 22. Oktober 1818 gibt bis heute zu denken. Damals sagte der neben Hölderlin vielleicht bekannteste Angehörige des einstigen Tübinger Stifts: „Alles was das menschliche Leben zusammenhält, was Werth hat und gilt, ist geistiger Natur …“. Angesichts dessen erstaunt über alle Maße, wie wenig in den vergangenen rund zwei Jahrhunderten dafür getan wurde, damit die Welt für den menschlichen Geist günstiger ist, wie Max Horkheimer zu seiner Zeit zu fragen pflegte. Vor allem eine weit in die Tiefe der gesellschaftlichen Verhältnisse reichende Einsicht lässt nach wie vor zu wünschen übrig. Auch welche Region als die Mesoebene zwischen der ökonomischen Makroebene und der Mikroebene der privaten Haushalte einschließlich den Industriebetrieben solch eine hochleistungsfähige Gestalt des menschlichen Geistes notwendig hervorbringen kann, ist noch immer unbeantwortet. Insofern ist es erfreulich, dass das SOFI versucht, die „Virtuosen des sozialen Wandels“ am Beispiel der Dorfbevölkerung in der näheren Umgebung Göttingens ausfindig zu machen.

Schreibe einen Kommentar